Air & Style Records

Rinderwahnsinn

Aren - Komposition, Gitarre
Chris - Bass
Tim - Schlagzeug
Simon - Lyrik, Gesang

Im finsteren Jahre des Herren 1993, als des Sommers Hitze - der Höllenglut gleich - das Land verbrannte, wurde das Vieh krank.
Eine Seuche namens RINDERWAHNSINN brach aus und raffte ganze Herden dahin. Mitten in dieser schweren Zeit fanden sich die vier „apokalyptischen Reiter" Aren (Gitarre), Chris (Bass), Christian (Drums) und Simon (Gesang) zusammen und ließen sich den Namen RINDERWAHNSINN gut stehen.
Bereits 1994 veröffentlichten sie ihr erstes Album „B.R.E.T.T.", welches zumindest in musikalischer Hinsicht ein ebensolches war: grobgespreiselt, rauh und stabil.

Anschließend folgte ein wilder Ritt durch Deutschland, wobei viele Open-Air-Termine und Clubsessions auf dem Reiseplan standen. 1995 endlich wurde das erste Video produziert und trotz des doch sehr derben Titels „Ich spuck' Blut" einige Male auf VIVA gesendet.
Aufgrund des Medienbooms und des Achtungserfolges waren sie bald von hohem Interesse für SEMAPHORE, was dazu führte, daß man zusammen mit der Band in den „Vorhof zur Hölle" eintrat. Dieses 1996 veröffentlichte Album wurde schnell zum Dauerbrenner und durch eine lange Supporttour (vor den Megalo Maniax) heftigst promotet.

Das ausgekoppelte Video „Ich krieg' Dich" zehrte vorwg vom Drummer, der sich auszog, um den Teufel zu rufen und dem Spiel mit optischer Kälte aus Spiegeln und der verlogenen Unschuld weißer Farbe. Daraufhin startete man zu einer großen Tour durch die deutschen Landen (u.a. vor Korn).

Dies sollte auch gleichzeitig die letzte Aktion mit Taktgeber Christian gewesen sein, der die Schlagstöcke an den hochentwickelten Drummer Tim abgab. Damit war der erste Schritt zur umbruchartigen Weiterentwicklung getan. Die erste kleine Feuertaufe konnte Tim mit Bravour meistern, was einen zusätzlichen Ansporn für die Zeit im Sutio und gleichzeitig Bestätigung für den neuen Weg bedeutete.

Theatralischer ist das ganze geworden, intensiver als bisher angenommen und ernsthafter, da die Band innerlich und qualitativ nunmehr fast bis zur Perfektion gereift ist. Das Zusammenspiel harmoniert und bietet dennoch Platz für Brüche, reaktionäre Rhythmen und vor allem trägt es die zweifelsohne im Zentrum stehenden Worte mit der Macht und der Unberechenbarkeit eines vom Orkan zerwühlten Ozeans.

Die Brachiallyrik, die Sänger und Zeremonienmeister Simon nicht einfach singt sondern artikuliert ist zugleich ein festes Fundament und die Peitsche, die ihn zu hyperaktiver Raserei bringt. Dementsprechend organisiert sich auch die Bühnenshow der „Crossover, NDW, „Alternative"-Band RINDERWAHNSINN, die stets neu und doch routiniert erscheint. Wärme und Kälte wehen als Banner der deutschen Texte, die alle Schaumkronen und Wellentäler menschlichen Daseins umschreiben.

Der hochfrequente Gezeitenwechsel zwischen introvertiert-panischer Melancholie eines „lebendig Begrabenen" und kühner Selbstverherrlichung eines „Herrschers" (gleichzeitig Titel des neuen Albums und einer Coverversion von Ideal) stößt den Hörer gegen elektrische Zäune aus Wut und Verzweiflung.

RINDERWAHNSINN verformen Sprache zu ellyptischen Momentaufnahmen und machen aggfressive Gitarren, erdige Basslinien, treibende Drums und poetische Sprache zu einem eigenen symbiotischen System.

Grenzenlosigkeit kann man am einfachsten erreichen, wenn man den engen Rahmen sprengt. RINDERWAHNSINN gehen einen Schritt weiter: Sie reißen zusätzlich den Boden unter den Füßen auf. Ehrlicher kann Musik nicht sein. Deutsch ist die Sprache in der die vier jungen Männer träumen, fühlen, sprechen und wenn nötig schreien - deshalb, so Aren, „bieten sich ein größerer Facettenreichtum und vielfältigere, punktuierte Ausdrucksmöglichkeiten." Eine wichtige Tatsache ... nicht pathetisch, sondern schlicht irdisch.